| Narkoserisiken |
| Wenn ein Kind mit Duchenne - Muskeldystrophie einer Allgemeinnarkose unterworfen wird, kann es zu ernsten Problemen kommen. Die Risiken können gering gehalten werden durch die Auswahl einer optimalen Kombination der Narkosemittel, die sorgfältige Beurteilung der Atmungs- und Herzfunktionen, und die strenge Überwachung sowohl während als auch nach der Operation. Die Narkosemittel dürfen unter keinen Umständen das Muskelrelaxanz Succinylcholin und das Inhalationsmittel Halothan enthalten, da diese Substanzen lebensbedrohende Komplikationen hervorrufen können wie maligne Hyperthermie, erhöhte Muskeldegeneration (Rhabdomyolyse) und Herzrhythmusstörungen. Nicht - depolarisierende Muskelrelaxanzien wie Vecuronium, Atracurium und Mivacuronium können verwendet werden, jedoch mit reduzierter Dosis. Enfluran und Isofluran anstelle von Halothan sollten besser vermieden werden. Die Dosen aller anderen Narkosemittel müssen sorgfältig gewählt werden, da sie die Herzfunktion beeinflussen, die bei Kindern mit Muskeldystrophie besonders im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit schon beeinträchtigt ist. Zusammengefasst ist es wichtig und bei großen Operationen sogar unbedingt notwendig eine umfangreiche voroperative Überwachung durchzuführen. Je nach der besonderen Situation sollte sie eine Ultraschalluntersuchung des Herzens, eine Elektrokardiographie, Atmungsfunktionstests und Blutgasanalysen umfassen. Es ist daher äußerst wichtig, den Narkosearzt so früh wie möglich über die Diagnose und andere medizinische Einzelheiten des Kindes zu unterrichten.
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